Ziele

Intentionen und Ziele

Vorbemerkung: Die wohl wichtigste Intention ist die Ermöglichung und Förderung eines emotional positiven Bezuges der Teilnehmer zum Wald. Es ist dies nicht nur für sich eine wichtige Zielvorstellung, sondern darüber hinaus auch eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Teilnehmer auch kognitiv mit dem Wald als auch mit der Waldbewirtschaftung auseinandersetzen. Sie werden damit auch fähig und bereit, ihre eigenen Einstellungen und ihr Handeln in Frage zu stellen bzw. zu verändern.

(1) Die Waldschule soll es den Teilnehmern ermöglichen, mit allen ihren Sinnen eine Beziehung zur Natur, insbesondere zum Wald aufzubauen. So sollen sie zum Beispiel während ihres Waldschultages Bäume fühlen, Walderde riechen, Pflanzen schmecken, Tiere hören und beobachten können. Im Zusammenhang mit diesen Aktivitäten sollen sie ihr Basiswissen über den Wald und die Waldwirtschaft erweitern können.

(2) Aus diesen Erfahrungen heraus soll es den Teilnehmern ermöglicht werden, dass sie eine differenzierte Vorstellung über das Ökosystem Wald aufbauen können, indem sie sich möglichst selbständig Zusammenhänge zwischen den einzelnen ökologischen Faktoren erarbeiten können. Informationen dazu sollen sie nur dann bekommen, wenn sie diese ausdrücklich wünschen.

(3) Sie sollen vor Ort die Bedrohung des Ökosystems Wald durch Störung seines biologischen Gleichgewichtes infolge menschlicher Eingriffe und die daraus sich ergebenden Folgen erkennen und damit ein Verständnis der Verantwortlichkeit des Menschen für den Wald und den Schutz des Waldes entwickeln. Sie sollen daraus für ihr eigenes Verhalten Konsequenzen ziehen.

(4) Die Teilnehmer sollen ihr Wissen über das Ökosystem Wald sowie über die verschiedenen Möglichkeiten der Waldbewirtschaftung mit ihren positiven und negativen Folgen durch Beobachtung, spielerische Möglichkeiten, gegenseitigen Informationsaustausch und Kurzinformationen von WaldpädagogInnen erweitern können.

(5) Die Adressaten sollen ihre eigenen Wertvorstellungen hinsichtich der Beziehung zwischen Mensch, Natur und Wirtschaft abklären können, über die eigenen Vorstellungen mit anderen sprechen, im Gespräch Übereinstimmungen und Unterschiede herausarbeiten und wo möglich auch begründen.

(6) Sie sollen ihr Verhalten und vor allem ihr Handeln daraufhin untersuchen, welche ihrer Wertvorstellungen damit kompatibel sind und welche dazu im Widerspruch stehen; sie werden dabei nicht "belehrt" und moralischen Apellen ausgeliefert.

(7) Sie sollen sich ihre eigenen Vorurteile bezüglich Ökologie und Ökonomie beziehungsweise Waldschutz und Forstwirtschaft bewusst machen und dort, wo die während des Waldschultages gemachten Erfahrungen und der dort erzielte Wissenszuwachs dagegensprechen, ihre Vorurteile abbauen.

(8) Die Teilnehmer sollen den Rohstoff Holz mit seinen verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten kennenlernen und unter ökologischer Perspektive mit anderen Rohstoffen vergleichen und bewerten.

(9) Sie sollen sich mit dem etwaigen Widerspruch zwischen negativer Einstellung zur Holznutzung und positiver Einstellung zur Holzverwendung (im Möbelbau, Hausbau, Innenausbau) wertklärend auseinandersetzen.

(10) Schließlich soll Einblick in die Arbeit von Förstern, Forstarbeitern und Waldbauern mit ihren Chancen und Risken ermöglicht werden und die volkswirtschaftliche Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft thematisiert werden.

"Sagst du´s mir, vergess ich es, zeigst du´s mir, merke ich es mir vielleicht, lässt du mich teilhaben, so behalte ich es."

Chinesisches Sprichwort